Investment-Betrug in Deutschland melden
Sind Sie Opfer von Anlagebetrug geworden? Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, welche deutschen Behörden zuständig sind und wie Sie Strafanzeige erstatten, Ihr Geld zurückfordern und sich schützen können.
BaFin-Warnliste prüfen
Die BaFin veröffentlicht regelmäßig Warnungen vor unseriösen Anbietern. Prüfen Sie, ob der Anbieter bereits bekannt ist:BaFin Warnungen öffnen
Schritt-für-Schritt Anleitung
Folgen Sie diesen Schritten, um Ihren Fall bestmöglich zu dokumentieren und bei den zuständigen Behörden zu melden.
Beweise sichern
— Screenshots, E-Mails, KontoauszügeSichern Sie sofort alle Beweise: Screenshots der Plattform, Chat-Verläufe, E-Mails, Kontoauszüge mit Überweisungen, Verträge und Werbematerial. Diese Beweise sind entscheidend für die Ermittlungen.
Strafanzeige erstatten
— Polizei oder StaatsanwaltschaftErstatten Sie umgehend Strafanzeige wegen Betrugs (§ 263 StGB). Dies ist online über die Internet-Wache Ihres Bundeslandes oder persönlich bei jeder Polizeidienststelle möglich.
BaFin informieren
— FinanzaufsichtMelden Sie den verdächtigen Anbieter bei der BaFin. Prüfen Sie vorab, ob der Anbieter in der BaFin-Unternehmensdatenbank registriert ist oder bereits auf der Warnliste steht.
Bank kontaktieren
— Rückbuchung beantragenInformieren Sie Ihre Bank sofort über den Betrug. Beantragen Sie die Rückbuchung der Überweisungen. Bei Kreditkartenzahlungen ist ein Chargeback-Verfahren möglich.
Verbraucherzentrale
— Beratung einholenNutzen Sie die Beratungsangebote der Verbraucherzentralen. Diese können bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche helfen und prüfen, ob eine Sammelklage möglich ist.
Zuständige Behörden in Deutschland
Kontaktdaten aller relevanten deutschen Behörden für die Meldung von Investment-Betrug.
Online-Wachen der Bundesländer
In vielen Bundesländern können Sie Ihre Strafanzeige bequem online erstatten.
Rechtliche Grundlagen
Wer in der Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher Tatsachen einen Irrtum erregt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft.
Relevant bei Online-Trading-Betrug und manipulierten Handelsplattformen. Umfasst die Manipulation von Datenverarbeitungsvorgängen zur Erlangung eines rechtswidrigen Vermögensvorteils.
Unerlaubte Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen ohne BaFin-Lizenz sind strafbar. Die BaFin kann Unternehmen die Geschäftstätigkeit untersagen und Abwicklungsanordnungen erlassen.
Die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) schützt Anleger bei Insolvenz eines zugelassenen Instituts bis zu 20.000 EUR pro Anleger.
Wichtige Tipps für Betroffene
Sichern Sie alle Beweise: Kontoauszüge, Screenshots, E-Mails, Chat-Verläufe, Verträge und Werbematerial. Notieren Sie Daten, Uhrzeiten und Gesprächspartner.
Leisten Sie keine weiteren Zahlungen, auch nicht wenn "Steuern" oder "Gebühren" für eine Auszahlung verlangt werden. Dies ist eine typische Nachbetrugs-Masche.
Je schneller Sie handeln, desto höher die Chance auf Rückbuchungen. SEPA-Überweisungen können innerhalb kurzer Fristen zurückgerufen werden.
Seien Sie misstrauisch gegenüber Firmen, die versprechen, Ihr Geld zurückzuholen - gegen Vorauszahlung. Dies ist häufig ein weiterer Betrug (Recovery Scam).